Kanada und Australien: Neue Allianz gegen Chinas Rohstoffdominanz

von | März 2026

Gemeinsame Investitionen, Know-how und die Koordination von Rohstoffreserven sollen die Lieferketten stabiler machen. Zudem schließt sich Australien der G7-Allianz für die Produktion kritischer Mineralien an.

Zwei westliche Bergbaunationen bündeln ihre Kräfte: Australien und Kanada wollen enger zusammenarbeiten, um die Lieferketten für kritische Mineralien unabhängiger von China zu machen. Ein entsprechendes Abkommen wurde am heutigen Donnerstag beim Staatsbesuch des kanadischen Premierministers Mark Carney bei seinem australischen Amtskollegen Anthony Albanese unterzeichnet. Daneben gingen die beiden Länder weitere Partnerschaften in strategischen Sektoren wie Energie, künstliche Intelligenz und Sicherheit ein.

Zu den Zielen der Rohstoffkooperation gehören gemeinsame Investitionen in Bergbauprojekte und der Austausch von Know-how. Um die Versorgungssicherheit zu stärken, soll auch Australiens im Aufbau befindlicher nationaler Rohstoffvorrat mit Kanadas staatlichem Investitionsfonds für kritische Mineralien koordiniert werden. Die Partnerschaft baut auf bestehenden bilateralen Kooperationen im Bergbausektor auf (wir berichteten).

Sowohl Kanada als auch Australien verfügen über große Rohstoffvorkommen und sind bedeutende Produzenten etwa von Eisenerz, Zink und Gold. Beide Länder wollen sich ebenfalls zu wichtigen Lieferanten kritischer Mineralien wie Seltener Erden entwickeln, da die Nachfrage nach diesen Ressourcen steigt, die Verfügbarkeit aber zunehmend begrenzt ist. Australien führt bereits die weltweite Minenförderung von Lithium an und will auch die Raffineriekapazität ausbauen, hier liegt China bislang vorne. Die Inselnation ist darüber hinaus der größte Produzent Seltener Erden nach China. Auch Kanada verzeichnet im Seltenerdsektor bereits einige Meilensteine entlang der Wertschöpfungskette. Dabei positionieren sich beide Länder mit hohen Umwelt- und Arbeitsschutzstandards sowie politischer Stabilität als verlässliche Alternativen auf dem globalen Rohstoffmarkt.

Ressourcenminister: Kanada bevorzugt eine Produktionsallianz gegenüber Preisgarantien

Am Donnerstag kündigte Australien auch seinen Beitritt zu der G7-Allianz für die Produktion kritischer Mineralien an. Die Rohstoffsicherung ist ein wiederkehrendes Thema bei den Treffen der sieben führenden Industrienationen. So wurden im September Preisgarantien für nicht-chinesische Bergbauunternehmen diskutiert, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Kanada favorisiere jedoch eher eine Produktionsallianz oder eine Art Club für die gemeinsame Rohstoffbeschaffung, um der Marktkonzentration durch China entgegenzutreten, erklärte Kanadas Minister für natürliche Ressourcen, Tim Hodgson, gegenüber Reuters.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung könnte die erst in dieser Woche erfolgte Initiative Kanadas sein, die 30 neue Partnerschaften im Rohstoffbereich umfasst und insgesamt fast neun Milliarden US-Dollar mobilisiert.

Vor einem Monat hatten bereits die USA ein Treffen mit Vertretern aus 54 Ländern und der Europäischen Union organisiert, um den Weltmarkt für kritische Mineralien nach eigener Vorstellung fairer zu gestalten. Die vorgeschlagenen Maßnahmen umfassten eine bevorzugte Handelszone für kritische Mineralien mit festen Mindestpreisen. Wie Reuters berichtete, unterzeichneten die USA in diesem Rahmen ein Abkommen mit Mexiko, bezogen Kanada jedoch nicht mit ein.

Photo: Shaunl via Canva

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