Ausfuhrbeschränkungen für Gallium und Germanium wirken – Folgt nun Graphit?

von | Okt 2023

Jüngste Entwicklung im Handelskonflikt zwischen China und insbesondere den USA.

Durch Chinas Ausfuhrbeschränkungen für Gallium und Germanium sind die internationalen Exporte dieser Metalle den zweiten Monat in Folge stark zurückgegangen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf Zolldaten für September.

Chinas Exporte von weiterverarbeitetem Germanium beliefen sich demnachauf gerade ein Kilogramm im September, gegenüber Null im August. Zuvor waren die Exporte im Juli vor dem Inkrafttreten der Beschränkungen aufgrund von Bevorratungen auf 8,63 Tonnen angestiegen. Schwieriger ist der Wert für Germaniumoxid zu ermitteln, da dieses Rohstoffprodukt gemeinsam mit Zirkoniumdioxid gelistet wird. Der addierte Wert lag im September bei 1.420 Tonnen, gegenüber 1.034 Tonnen im August.

Galliumprodukte wurden weder im August und noch im September exportiert. Zum Vergleich: Im September 2022 waren es 5,57 Tonnen.

Die Volksrepublik dominiert die globale Produktion dieser Rohstoffe, die unter anderem für die Fertigung von Halbleiterchips und Lasern wichtig sind. Seit August benötigen Exporteure eine Ausfuhrgenehmigung für sogenannte dual-use Güter, die sowohl für zivile Zwecke als auch für Militärtechnik verwendet werden. Im September wurden erste Genehmigungen erteilt (wir berichteten).

Im Vorfeld der Exportkontrollen waren die Preise für beide Mineralien gestiegen (wir berichteten). Im September blieb laut Reuters der Preis für Germaniumbarren gegenüber dem Vormonat unverändert, während der Preis für Galliummetall im Monatsvergleich um 15 Prozent stieg. Dies sei unter anderem auf die gestiegene Nachfrage bei gleichzeitiger Verknappung zurückzuführen.

Nächster Schritt im Handelskonflikt: China will Graphitexport einschränken

Die Exportkontrollen gelten als Reaktion auf die gegen China gerichteten Ausfuhrbeschränkungen der USA für moderne Halbleiterchips im Handelskonflikt der beiden Großmächte. Nun legt China nach und will auch für einige Graphitprodukte Ausfuhrgenehmigungen einführen, schreibt Reuters unter Berufung auf das Handelsministerium des Landes. Die Volksrepublik ist der weltweit größte Produzent (PDF) des kritischen Batteriemetalls, das vor allem für die Elektromobilität eine wichtige Rolle spielt. Als Grund für die Maßnahmen wird die nationale Sicherheit angegeben, sie sollen die heimische Versorgung mit Graphit für militärische Zwecke sowie die Batterieherstellung sicherstellen, zitiert Reuters einen Analysten.

Die neuesten Exportkontrollen kommen zu einer Zeit, in der Peking zunehmend unter Druck aufgrund seiner industriellen Praktiken steht. Zu einer Verschärfung der Chip-Restriktionen durch die USA gesellt sich die angekündigte Untersuchung von Chinas E-Auto-Subventionen durch die EU.

Zu den wichtigsten Abnehmern von Graphit aus China gehören den Zolldaten zufolge Japan, die Vereinigten Staaten, Indien und Südkorea. Die Exportbeschränkungen sollen am 1. Dezember in Kraft treten.

Photo: iStock/Igor Krasilov

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